Mit 300 km/h zwischen Peking und Tianjin pendeln können demnächst Bahnkunden in China. Die dortige Bahnverwaltung hat jetzt die drei ersten Einheiten des CRH 3 (China Railway High Speed) in Dienst gestellt.
Die Chinesen verabschieden sich wie auch Deutschland von der Transrapidtechnologie. Es sollen, so offizielle Quellen, keine Magnetschwebebahntrassen mehr im Reich der Mitte gebaut werden. Stattdessen setzt die Regierung auf herkömmliche Schienentechnik modernster Bauart. Daher entsteht in China ein Netz von zigtausenden Kilometern Hochgeschwindigkeitsstrecken, auf denen u.a. der deutsche ICE 3-Abkömmling CRH 3 die wichtigsten Metropolen verbinden soll.
Der Superzug basiert auf der Velaro-Plattform von Siemens, eine Weiterentwicklung des deutschen ICE 3. Insgesamt 60 Hochgeschwindigkeitszüge sind aus China im Vorfeld der Olympiade geordert worden. Die ersten drei der insgesamt 60 Züge mit einer Gesamtlänge von rund 200 Metern wurden noch komplett in Deutschland gebaut und per Schiff nach China gebracht (DMM berichtete). Die restlichen 57 Einheiten baut der chinesische Partner von Siemens, Tangshan Locomotive & Rolling Stock Works, in Tangshan bis 2010.
Die CRH 3 sind achtteilig wie die deutschen ICE 3, aber etwas breiter. Insgesamt finden 601 Fahrgäste Platz. Mit Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 300 km/h werden die chineischen Schienenflitzer auf der neuen Hochgeschwindigkeitstrasse zwischen Peking und Tianjin pendeln. Neben den drei Zügen aus europäischer Produktion sollen bis zu den Olympischen Spielen im Sommer in Peking noch drei weitere aus chinesischer Produktion in Dienst gestellt sein.
Der CRH 3 hat an den Türen keine Trittstufen und eine leistungsfähigere Klimaanlage. Dies unterscheidet ihn von Velaro-Modellen, die bereits in Spanien zum Einsatz kommen bzw. sich ebenfalls im Bau befinden, wie der Velaro RUS für die Russische Staatsbahn. Nach Ablieferung der 60 Züge folgen möglicherweise weitere 100, was eine entsprechende Option vorsieht.