Hallo
Zu eurer Diskussion ob der Vor- und Nachteile von schienengebundenen Schnellzügen versus Transrapid kann ich nichts sagen, da mir die Fakten fehlen. Allerdings scheint mir die Polemik gegen den Flugverkehr fehlerhaft.
ZitatOriginal von transrapid 09
Selbst wenn der neue A380 mit 800 Passagieren besetzt wäre, würde pro Passagier immer noch das Vielfache an Treibstoffen verbraucht werden... und Flugzeuge rentieren sich NIE! Denn auf Kontinenten ist stets die Eisenbahn am effektivsten und über dem Meer sind Schiffe die ökonomisch und ökologisch bessere Wahl... denn die Geschwindigkeit der Flugzeuge ist teuer mit fossilen Brennstoffen erkauft!
1. Welches der drei Verkehrssyteme wird nicht mit fossilen Brennstoffen betrieben? Und komm' mir jetzt nicht mit "Der Strom kommt aus der Steckdose."!
2. Flugzeuge rentieren sich durchaus und würden dies auch mit einer Kerosinsteuer tun. Dass dann auf den kurzen und mittleren Strecken der Wettbewerb der Verkehrssysteme entzerrt wäre und sich dort Flugverkehr nicht mehr lohnen würde, steht auf einem anderen Blatt. Je länger die Strecke ist, desto größer werden die Vorteile des Flugzeugs. Man braucht auch keine Trasse und keine aufwendigen Bauwerke um Berge oder Gewässer zu durch-, unter- oder überqueren, sondern nur die Flughäfen an den beiden Endpunkten der Strecke sowie die Infrastruktur zur Überwachung des Flugverkehrs, die, analog dazu, auch bei jedweden schienengebundenen Systemen notwendig ist.
3. Du willst doch nicht ernsthaft vorschlagen, man solle, um z.B. von Deutschland nach Australien zu kommen, mit dem Zug (mit welchem System auch immer) nach Südostasien fahren und dann auf ein Schiff umsteigen? Das würde man nur als Abenteuerreise verkaufen können.
ZitatOriginal von transrapid 09
Und hast du schon mal von den Wartungskosten für Flugzeuge gehört, die pro Wartung mit meheren Millionen zu Buche schlagen kann? Deshalb wäre es auch für die Fluggäste viel billiger mit einem Transrapid die Strecke in der gleichen Zeit zu fahren! Trassenbaukosten inklusive!
Wenn du von Wartungen sprichst, die mehrere Millionen kosten, handelt es sich dabei um "Grundsanierungen" bei denen das Flugzeug mehr oder minder auseinandergenommen und wieder zusammengesetzt wird. Das wird alle paar Jahre gemacht, übrigens auch bei Schienenfahrzeugen und ganz bestimmt auch beim Transrapid. Die normale, tägliche Wartung, wie sie auch bei Zügen üblich ist, kostet bei weitem nicht so viel.
Zudem schwindet der Zeitvorteil von Zügen und auch des Transrapids, je länger die zu überwindende Strecke ist, oder willst du Interkontinentalstrecken für Eisenbahn- oder Transrapidzüge propagieren?
ZitatOriginal von transrapid 09
Also, der Transrapid ist den heutigen Verkehrsmitteln in folgenden Punkten überlegen:
- Geschwindigkeit (kontinental)
Kommt auf die Streckenlänge an, aber das schrieb ich ja schon.
ZitatOriginal von transrapid 09
- Anfahr- und Bremsbeschleunigung
Die wird so oder so vom menschlichen Metabolismus begrenzt, selbst wenn technisch mehr drin wäre. Es ist ja nicht jeder ein ausgewählter Kampfpilot, der darauf trainiert und dafür ausgerüstet wird mit sehr großen G-Kräften umzugehen. ![]()
ZitatOriginal von transrapid 09
- Einpassungsfähigkeit in urbanes Terrain
Was verstehst du unter "urbanem Terrain"? Für mich bedeutet das städtisches Gebiet. Und dort wird der Transrapid seine Stärken nicht ausspielen können. Für die HH-Berlin-Strecke war eine Geschwindigkeit innerhalb Berlins von maximal 100 oder 120 Km/h geplant.
Dies führte dazu, dass die von der Politik versprochene Reisezeit von unter einer Stunde nicht haltbar war. Um sie dennoch zu gewährleisten, schlugen offensichtlich technisch, physikalisch und medizinisch ungebildete Hinterbänkler aus der Politik vor, den Zug an den Endbahnhöfen mit eigentlich überhöhter Geschwindigkeit einfahren zu lassen (Zeitersparnis) und ihn mittels gummigelagerter Puffer abrupt auf 0 abzubremsen. Das hätte meiner Meinung nach sogar einen weiteren Vorteil. Man bräuchte nur jeweils eine Tür an jedem Ende des Zuges, da sich Passagiere und Gepäck nach dem Stillstand des Zuges am jeweils vorderen Ende desselbigen befänden. ![]()
ZitatOriginal von transrapid 09
- Flächenverbrauch
Auch wenn die Kostruktion der Trasse schlanker ist als die eines vergleichbaren konventionellen Schienenwegs ("aufgestelzt", wie ich hier mehrfach las), muss der Betreiber doch in etwa die gleiche Menge Landes erwerben. Nur die Landstücke auf denen die Pfeiler stehen zu erwerben ist ja wohl Quatsch.
Beim Vergleich einer ebenerdigen Eisenbahn- mit einer aufgestelzten Tansrapidstrecke hättest du unbedingt recht, aber das wäre der sprichwörtliche Vergleich von Äpfeln mit Birnen.
Tschö, Auge
PS: Ich bin keineswegs gegen den Transrapid. Der soll da fahren, wo es einen Sinn ergibt. Strecken wie HH-Berlin oder in München von der Innenstadt zu Flughafen gehören meiner Meinung nach nicht dazu. Sinnvoll erschiene mir eine Strecke wie Lissabon-Madrid-Paris-Berlin-Warschau, die dem Mittelstreckenflugverkehr Konkurrenz machte.