Kartenbau: Eure Techniken und Herangehensweisen

    • Kartenbau: Eure Techniken und Herangehensweisen

      Hallo liebe Kartenbauer,

      ein Beitrag den ich im Thread zur Karte Ducherow verfasst habe, hat mich dazu inspiriert, mal eine Diskussion zu den individuellen Herangehensweisen beim Kartenbau zu eröffnen. Ich persönlich habe seit Veröffentlichung des DLC's "Cities in Motion 2: Europäische Städte" das Karten bauen in Cities in Motion komplett neu für mich entdeckt. Mittlerweile vergeht kaum ein freier Abend, an dem ich nicht für zwei entspannte Stunden an einem neuen Projekt weiterarbeite. Dank der konstruktiven Kritik anderer Nutzer gibt es stets neuen Ansporn, beim nächsten Projekt alte Fehler zu vermeiden, neue Techniken auszuprobieren, andere Schwerpunkte zu legen usw. ... Dieser Thread könnte als reger Austausch von Tipps und Inspirationen dienen, dank derer wir uns beim Kartenbauen weiter verbessern können. Ich sehe diesen Thread so, dass jeder frei sein Wissen und seine Erfahrungen niederschreiben kann. Auch fruchtbare Diskussionen zu strittigen Aspekten wären sicher spannend. Z.B. Wie fangt ihr mit dem Bau einer Karte an? Seit ihr Schönbauer, legt ihr mehr Wert auf eine interessante Kartenstruktur und das Konzept? Welche Philosophie verfolgt Ihr beim Kartenbau?

      Im besagten Thread zu Ducherow habe ich bereits einige meiner persönlichen Herangehensweisen dargestellt:
      Ich gehe selbst immer so vor, dass ich zunächst eine ganz einfache
      Topographie auf die Karte skizziere. Gebirge und Hügel sind m.M.n. zu
      Beginn des Kartenentwurfs noch nicht so wichtig, es sei denn sie sollen
      maßgeblich die Karte mitprägen (Hänge die zum Stadtbild dazugehören
      sollen z.B.) Ansonsten reicht es erstmal ganz grob Flussverläufe oder
      Küstenlinien zu malen. Danach überlege ich mir ein paar zentrale,
      wichtige Punkte: Wo ist der Hauptbahnhof? Wo ist das Stadtzentrum mit
      dem Dom? Würde sich in einer Flussbiegung ein Park sehr gut machen?
      Danach kommen die allerwichtigsten Hauptverkehrsadern: Die Autobahnen
      und deren Knotenpunkte, mit einem 20-25 Meter Pinsel male ich dann die
      ersten Bahndämme auf die Karte, die ich hinterher nachbearbeite. Dabei
      achte ich darauf, dass nicht alles in penibel sauberen 90° und
      45°- Winkeln angeordnet ist. Das tolle am rasterfreien bauen in CIM2 ist
      doch vor allem: ... das rasterfreie bauen!;)



      Mit dieser Vorarbeit, die meist nur 1 bis 2 Stunden dauert, legt man
      bereits das Fundament für ein spannendes Kartenlayout. Jetzt lässt sich
      die Karte vollends auf den vorhandenen Strukturen aufbauen. Wichtig ist:
      Jetzt gibt es einen topographischen Rahmen, an den sich das Stadtlayout
      anpassen muss. So kann man wunderbar aus dem robomässigen "ich baue die
      ganze Karte mit einem Nordsüd-Ostwest Raster zu" ausbrechen. Sicher
      gibt es verschiedene Wege, um zu spannenden Ergebnissen zu kommen, aber
      ich finde eine kleine konzeptionelle Vorbereitung jeder Karte persönlich
      sehr wichtig.

      Das sind natürlich nur meine persönlichen Vorlieben/Erfahrungswerte. Da es hier kein richtig oder falsch gibt, und jeder seine eigenen Prioritäten hat, könnte es hier sicher ein interessantes Spektrum an Techniken, Trick und Tipps geben, die für jeden von uns inspirierend sein könnten :)

      Auf dass wir noch viele interessante Karten für CIM2 erstellen :)

    • Also ich bin gerade (oder besser gesagt seit Monaten^^) daran, Bern nachzubauen. Dabei habe ich zunächst mit dem maps4cim-Tool einen geeigneten Kartenausschnitt rausgesucht und als erstes die Wasserflächen erstellt.


      Danach habe ich relativ viel Zeit mit dem Erstellen der Verkehrswege (inkl. Wendeschlaufen usw.) verbracht. Hierbei war mir eine möglichst realitätsnahe Umsetzung besonders wichtig, was einem jedoch zuweilen bis kurz vor den Wahnsinn treiben kann X(


      Im Anschluss habe ich die Waldflächen erstellt und schliesslich mit dem eigentlichen Bau begonnen. Diesen habe ich versucht "quartierweise" durchzuführen, wobei ich nicht strikt systematisch, sondern eher nach Lust und Laune vorgegangen bin (bis mir eine bestimmte Ecke der Karte gefiel und dann weiter zu einer anderen…). Bei der nächsten Karte würde ich wohl eher vom Zentrum nach aussen bauen. Hierbei achte ich besonders darauf, dass die nebeneinander stehenden Gebäude miteinander harmonieren bzw. keine allzu grossen Sprünge in Sachen Baustil/-höhe entstehen (soweit dies mit den vorhandenen Gebäuden halt möglich ist).


      Nachdem alle Gebäude und Quartiere, welche für das Aussehen der Karte wesentlich sind, fertiggestellt sind, werde ich den Rest generieren lassen und anschliessend nachbearbeiten. Ganz zum Schluss folgen dann noch Detailarbeiten mit Requisiten, namentlich bei der Gestaltung von Freiflächen.


      Zur eingangs gestellten Frage: Ich bin definitiv ein "Schönbauer" (wodurch die Fertigstellung ewig dauert^^)! ;)
       iMac 27" (late2012)
    • Spannendes Thema!
      Nachdem ich deinen Beitrag im Ducherow-Thread gelesen habe, hatte ich kurz überlegt, dieses Thema einfach selbst anzufangen, hatte dann aber keine Zeit mehr.

      Meine persönliche Herangehensweise hat sich vom Prinzip her seit CiM nicht gewandelt: es beginnt an einem Fluss/See/Bucht, entweder mit der Altstadt oder der Bahnhofsumgebung. Von dort aus wächst die Stadt buchstäblich ins Umland, was mir oft dabei hilft, meinem Anspruch gerecht zu werden, die Städte natürlich erschienen zu lassen. Dabei ist es unumgänglich, dass die Viertel, Straßenzüge oder Parks entweder vorher eine Geschichte erzählen, die ich dann im Aussehen umsetze, oder eine Form entsteht, die eine Geschichte erzählt, die mich dann für das nächste Viertel inspiriert (Beispiel an meiner derzeitigen Karte: auf eine Flussinsel setze ich auf die Südseite ein Schloss, das natürlich eine lange Straße braucht, die darauf zuführt (Repräsentanz). Am Ende trifft sie auf die Große Straße, die den Fluss überquert, was mich zu einem Platz veranlasst. Um diesem gerecht zu werden wächst an dessen Seite ein Theater empor und so weiter ...).
      Es ist auch so, dass ich nach den Straßen, die von der Altstadt abgehen entscheide, wo Nachbarorte entstehen, obwohl es ja geographisch betrachtet eigentlich andersherum ist.
      In CiM 2 hab ich zusätzlich (u.a. durch die Möglichkeit des Generierens) erst eine Topographie geschaffen und die wachsene Stadt daran angepasst.
      Durch den Anspruch, ein konzeptioneller Schönbauer zu sein (In CiM sogar noch mit Straßen benennen!) und aufgrund der Tatsache, dass ich ständig neue Konzeptideen habe, sind die meisten Karten (sowohl CiM als auch 2) unbeendet, nur ein paar einzelne Projekte, auf die ih später wieder zurückgegriffen habe, hatte das Glück, fertiggestellt zu werden.
      Für meine aktuelle Karte habe ich mir aber (wie immer :whistling: ) vorgenommen, sie zu einem Ende zu führen. Vielleicht stelle ich sie ja demnächst mal vor.


      Hui, soviel wollt ich gar nicht schreiben ...
      Gruß
    • Von innen nach aussen baue ich auch meistens, wenn es daran geht, der Stadt ihr endgültiges Gesicht zu geben. Vorher habe ich dann allerdings wie oben beschrieben, die wichtigsten Verkehrswege schonmal angelegt, wodurch bereits wichtige Eckpunkte der Stadt vordefiniert werden.

      Dann fange ich einfach mit am Bahnhofsvorplatz, der Fussgängerzone oder in anderen zentralen Bereichen an, das anfangs noch sehr grobe Strassennetz ganz herauszuarbeiten und die ersten Gebäude zu platzieren.

      Meine Meinung zum Schönbauen ist folgende:
      Schönbauen ja, insofern als dass ich Wert auf besonders detailliert herausgearbeitete markante Bereiche der Stadt lege. Das sind Punkte wie z.B. der Hauptbahnhof, Parkanlagen, wichtige Gebäude-Arrangements wie größere Bürokomplexe, eine Altstadt, wichtige Alleen - diesen Bereichen widme ich besondere Aufmerksamkeit, weil diese der Stadt "das gewisse Etwas" verleihen. Dazwischen gibt es Zonen, bei denen es mir reicht, wenn diese einfach sauber bebaut werden und vor allem: durchgängig ein attraktives Strassensystem haben. Wenn bei der Nachbearbeitung schlussendlich hier und dort noch ein paar nette Bäume/Requisiten eingestreut werden, so reicht das aus meiner Sicht für die "weniger wichtigen" Bereich vollkommen aus. Ich habe mit fortschreitender Bebauung eine immer klarere Vorstellung wie die Stadt am Ende aussehen soll, und auf dieses Ziel arbeite ich zügig hin. Das heisst auch dass ich mich nicht mit ZU viel Kleinkram aufhalte.

      Ich definiere Schönbauen folgendermaßen: Ich lege Wert auf ein glaubwürdiges, stimmiges Gesamtbild: Interessante, saubere, definierte Strassenführung. Interessante und sehr detailliert ausgearbeitete Zonen, mit hoher Priorität. Interessante, sauber bebaute Bereiche mit niedrigerer Priorität.

      Schönbauen heisst für mich NICHT: Auf 8X8KM jeden einzelnen Briefkasten zu berücksichtigen. Zu viel Kleinklein ist aus meiner Sicht nicht effektiv: Zum einen wird die Arbeitszeit verzehnfacht,. Die steht nicht im Verhältnis zum Attraktivitätsgewinn, der am Ende auf dem Papier herauskommt. Denn eine Map ist m.M.n. erstmal nur so gut wie ihre Strassenführung, ihre Gebäudeplatzierung und Bewaldung. Wenn mir die nicht gefällt, kann meinetwegen an jeder Ecke eine handplatzierte Parkbank oder Litfaßsäule stehen. Wirklich besser wird die Karte dadurch aber nicht.

    • Hi,
      ich bin schon seit längerer Zeit Mitleser im Forum. Jezt möchte ich mal selber ein Kommentar abgeben.
      Zurzeit baue ich in CiM2 den westlichen Teil der Stadt San Francisco nach. Ich gehe so vor dass ich zu erst die eine Linie zeiche wo später mal der Strand/Küste sein soll. Danach wenn ich genau den Strandverlauf wie in der Realität habe senke ich es so tief ab dass Wasser erscheint. Danach nehme ich mir "Google Earth" zur Hand und schaue wo Hügel in der Stadtlandschaft sind. Diese hebe ich dann hervor und und mache dann daraus leichte Hügelchen im Spiel. Wenn ich dann eine geologisch korrekte Karte habe beginne ich nurn mit einer Stadtkarte die Straße zu ziehen. Ich mache es so dass ich zuerst immer die größeren Straßen lege und danach die kleinen. Häuser lasse ich mir generieren, da es die "echten" Gebäude von San Francisco leider nicht im Spiel gibt.

      MfG
      TramStar
    • @TramStar: Herzlich willkommen im Forum! Wir sind sehr gespannt mal Bilder von deiner Karte zu sehen:) zeig doch mal was du bisher produziert hast:)

      @Friedrichshai: Ich kann sehr gut nachvollziehen, was du meinst. Ich finde ja, gerade die Topographie der Karte kann sehr inspirierend sein. Häufig ist dann auch bei mir so ein Kartenbau ein ganz eigendynamischer Prozess. Da fängt man an, eine Altstadt zu bauen, platziert eine Allee, am Ende merkt man dann, dass sich dort ein Theater gut machen würde, gleich nebenan könnte doch der Stadtpark beginnen usw usw... Ich bin auch sehr gespannt mal was von Deiner Karte zu sehen:)

    • Also erstmal: Danke für eure Ausführlichen Hinweise, haha. :D

      CiMotion: Wir haben unterschiedliche Betrachtungsweisen zum Thema "Schönbauen". Ja, ich stimme dir zu, wenn ich eine Karte aus der Luft betrachte und sie schön anzuschauen ist, lebendig und natürlich gewachsen wirkt, dann ist das ein enormer Pluspunkt für die Karte. Andererseits lassen sich in Cities in Motion nicht alle Situationen wiedergeben. Dichte Kreuzungen hintereinander zum Beispiel. Wenn ich diese Bereiche in einen Kreuzungsbereich zusammenfassen könnte, würde das ja schon einige Probleme lösen. Kann ich aber nicht. Ich würde meinen Karten zum Beispiel liebend gern zum Straßenverlauf parallel verlaufende Straßenbahntrassen verpassen, statt sie in die Mitte der Straße zu klatschen, aber das scheitert am Spiel. Das ist mir nämlich auch ein sehr wichtiger Punkt zum Thema Schönbauen. Die Spielbarkeit. Was habe ich davon, wenn die Karte supi toll aussieht, aber im Spielfluss hier und da überall kränkelt, sich Verkehr und Fahrzeuge stauen? Ich verzichte zum Beispiel auf Autobahnen, weil ich nicht nachvollziehen kann wieso die CiM wie Geisteskranke Stundenlang quer durch die Stadt fahren um 10m Autobahn fahren zu dürfen. Und um dieses vollkommen unsinnige Verhalten abzuschalten, verzichte ich komplett darauf. Dann geht das eben auf Kosten der Visualität und des Realismusses. Selbiges für Bahntrassen. Sie sehen wunderschön aus. Zugegeben, mit den Bahnen hier in CiM kann man sehr viele tolle Dinge anstellen, habe auch für Ducherow bereits eine Version mit Bahndämmen und Senken gebaut .. aber das ist mir zu starr. Wenn ich das Bahnnetz im Vornherein schon aufbaue, wo bleibt dann der Spaß beim Spiel selbst? Gerade U-Bahnen mit ihren gigantischen Einzugsradien und ihrer enormen Attraktivität. Die Herausforderung ist mit übervollen Bussen und Straßenbahnen die sich im Stadtverkehr quälen viel größer.

      Schönbauen heisst für mich NICHT: Auf 8X8KM jeden einzelnen Briefkasten zu berücksichtigen. Zu viel Kleinklein ist aus meiner Sicht nicht effektiv: Zum einen wird die Arbeitszeit verzehnfacht,. Die steht nicht im Verhältnis zum Attraktivitätsgewinn, der am Ende auf dem Papier herauskommt. Denn eine Map ist m.M.n. erstmal nur so gut wie ihre Strassenführung, ihre Gebäudeplatzierung und Bewaldung. Wenn mir die nicht gefällt, kann meinetwegen an jeder Ecke eine handplatzierte Parkbank oder Litfaßsäule stehen. Wirklich besser wird die Karte dadurch aber nicht.

      Hier möchte ich dir zum Beispiel komplett Widersprechen. Nimm es mir nicht Übel. Deine Karten zum Beispiel sind von oben, wie du ja selbst sagst, da du besonderen Wert darauf legst, wun-der-schön. Da bin ich neidisch, kann ich nicht anders sagen. Aber aus meiner Sicht, kranken deine Karten eben am Detailteufel. Freie Betonflächen. Kurze Kreuzungsabstände. Krasse Steigungen bei Brücken (Die ein Bus z.B. im echten Leben nie schaffen würde), oft und häufig die selben Gebäude nebeneinander .. SOLCHE Dinge machen eine Karte für mich unattraktiv. Ich liebe es, mir das Treiben einfach in Ruhe anzuschauen. Zu Beobachten, wie die kleinen CiM wie Wahnsinnig durch die Stadt rennen, von Bus zu Bus hetzen, wie Busse sich an Knotenpunkten gegenseitig behindern .. das ist für mich ein wesentlicher Aspekt in diesem Spiel. Wenn ich dann aber solche Unschönen Flächen sehen muss, leidet die Attraktivität enorm. Das finde ich nicht schön, das tut mir Weh. Diese "Mehrarbeit" zahlt sich in meinen Augen vollkommen aus. Aber in der Endkosenquenz muss man eben auch bereit sein, sich diese Arbeit zu machen. Dafür veröffentlichst du Regelmäßig Karten, bei mir bleibt die Hälfte im Schubfach und ich brauche 5 mal so lange wie du.

      Zu Ducherow: Ich antworte jetzt einfach hier im Thread, das ist hier eh alles Kuddelmuddel. Ich hatte, als das EU-DLC noch nicht angekündigt war, eine Karte im Stil von Barcelona angefangen. Groß, mit Strand, und eben für Barcelona Typisch: Schachbrettmuster. Viele - kleine - exakte - penibel - akkurate - geplante - Quadrate. EU-DLC wurde angekündigt, Karte wurde hingeschmissen. EU-DLC kam - der Baustil blieb, der Strand verschwand. Auf meinen ersten Screenshots sieht man genau, wie ich penibel versucht habe wirklich gleich große Quadratische Flächen zu bebauen. Ein großer Teil der Stadt ist auch so bebaut, ich wollte es aber nicht übertreiben. Auch diese Quer durch die ganze Stadt verlaufenden Straßen zeichnen Barcelona. Und davon ist eine ganze Menge hängen geblieben. Tut mir Leid, wenn ich eure Städtebaulichen-Attraktivitäts-Reize mit meiner hohen Bebauungsdichte, fehlender Landschaft und viel geraden Straßen nicht auslöse, aber ich baue die Karten in erster Linie für mich selbst. Natürlich lasse ich mich gerne inspirieren (Der Kreisverkehr ist offengestanden von CiMotion geklaut. :p ), aber ich lege mehr Wert auf Spielbarkeit, weniger auf Landschaftsgestaltung per se, dafür auf Detailreichtum. Betonflächen, Parks, Bäume im Straßenland, nicht 100 mal das selbe Gebäude nebeneinander ..
      Ich überlege aktuell zum Beispiel auch nochmal den Hauptbahnhof umzubauen. Im Stresstest hat sich nämlich gezeigt, dass sich Fahrzeuge in den zu kurzen Auf und Abfahrten anfangen zu Blockieren. Insbesondere, wenn ich eine Straßenbahn durch die Mitte fahren lasse, dabei war die Anbindbarkeit durch die Straßenbahn mit ein Hauptkriterium. Also da bin ich noch nicht ganz im Reinen.
      Kutscher am Hofe Berlins.

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Sotrax ()

    • Haha, komm Sotrax, lassen wir mal unsere unterschiedlichen Prioritäten aufeinander prallen :) Wir scheinen da in einiger Hinsicht vollkommen unterschiedlicher Auffassung darüber zu sein, was den Reiz an einer Karte ausmacht. Aber warum auch nicht? Letztendlich macht ja jeder seine Karten vor allem erstmal für sich selbst. Du, genau so wie ich.

      Ich will mal auf deine Punkte eingehen:

      Freie Betonflächen
      Erstmal ist das nicht meine Schuld, dass CO keine vernünftigen Betontexturen rüberwachsen lässt :D . Jetzt gibts zwei Möglichkeiten: 1. Ich baue konsequent jedes Gebäude so dicht an die nächstbeste Strassenkante, dass es keine Betonblitzer mehr gibt, und quetsche nur um des lieben Friedens mit Herrn Sotrax willen, noch ein paar Tanks oder Lagerhäuser in jede Lücke. Dann sehe ich mich aber mit etwas konfrontiert was mir mal so gar nicht passt: Das Spiel zwängt mir dann nämlich eine gewisse Bauweise auf, die ich überhaupt nicht will. Ich möchte eben auch Freiflächen haben, weil ich eine Stadt, in der alle Objekte aufeinander gedrängt stehen, unnatürlich finde. Die 2. Möglichkeit: Ich versenke überall in der Stadt verteilt munter kleine Industrietanks, um Betonflächen auf biegen und brechen zu platzieren. Das mache ich selten, und nur punktuell an Stellen, an denen mir der optische Mehrwert als absolut wichtig erscheint. (z.B. der Bahnhofsvorplatz von Hohenfürth) Der Nachteil: Auch diese Tanks gelten als Arbeitsplätze, und somit verfälsche ich das Gameplay der Karte. Ich erzeuge also mitunter unterirdische Industrie-Arbeitsplätze mitten auf dem Marktplatz vor meinem Dom :D Beide Möglichkeiten sind aus meiner Sicht nur bedingt vertretbar. Je nach Situation greife ich auf beide dieser "Tricksereien" zurück. Aber im großen und ganzen ordne ich meine Bebauung bewusst nicht den Betontexturrändern der Gebäude unter. Wenn das Gras durchblitzt, nunja. Dann ist es halt so. Das stört mich bei weitem nicht so, wie es dich stört;)

      Kurze Kreuzungsabstände
      Hatte Deejay zuerst erwähnt. Als er das anführte hatte ich noch gedacht "Ist es wirklich so schlimm"? Macht es die Karte so viel schlechter spielbar? Ich habe meine Partien nochmal mit besonderem Augenmerk auf diese Sache beobachtet und den Sachverhalt reflektiert. Fazit: Staus erzeugen die Stellen allein noch lange nicht. Aber ich verstehe, dass die kurzen Kreuzungsabstände nerven können. Die Fahrzeuge stoppen halt einmal mehr und brauchen für einen Umlauf daher etwas länger. Das ist einer der Punkte die ich an meinem derzeit laufenden Projekt gerade als Konsequenz aus eurem Feedback beachten werde. Ihr habt in diesem Punkt also gewonnen und mich überzeugt!

      Krasse Steigungen bei Brücken
      Erbsenzähler! :D Auf meinen Karten gelten andere Schwerkraftgesetze. Pah!

      nicht 100 mal das selbe Gebäude nebeneinander
      Na, nun halt mal den Ball flach 8) Wiederholungen gibts bei mir nur dort wo sie glaubwürdig und realistisch sind: In Mietswohnungsgebieten, die bewusst auch mal reissbrettartig aussehen sollen. Ausserdem: In einigen Innenstadtteilen lasse ich bestimmte Gebäude aus gestalterischen Gründen häufiger auftauchen als andere: Möchte ich noble, helle Fassaden betonen, kommen eben verstärkt die passenden Gebäude zum Einsatz. Möchte ich hingegen eher rote Backsteingebäude in Arbeitervierteln einsetzen, so platziere ich eben mitunter diese häufiger. Das alles ist im Rahmen von sogenannter Stilprägung absolut gewollt, und hat nichts mit Faulheit zu tun, lieber Herr Sotrax;) Immer schön irgendein beliebiges anderes Gebäude neben das vorangegangene zu setzen mag schön fleissig sein, hat aber m.M.n. nicht viel mit Gestaltung zu tun. Mitunter kommt es vor, dass ich 3-4 Mal dasselbe Gebäude an einer Fassade einsetze, gerade weil an dieser Stelle die Gleichförmigkeit hier besonders gut passt.

      Es tut mir furchtbar Leid dass ich dir mit meinen teuflischen Baumacken weh tue, und du bestimmte Macken und Fehler auf meinen Karten deiner Aussage nach "grauenvoll" findest. Es werden auch wieder schönere Tage für dich anbrechen, vor allem dann, wenn du nicht gerade wieder eine meiner unsäglichen CIM2 Karten über dich ergehen lassen musst :D

      Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von CIMotion ()

    • Naja, dann haben wir hier ja nun alle Argumente aus unseren jeweiligen Sichtweisen zu Tage gebracht.
      Dass jeder andere ästhetische Sichtweisen und Aspekte hat ist doch normal, stell dir vor, wir würden alle auf die gleichen Frauen stehen ......

      Faulheit hat dir niemand unterstellt. Wenn das deine Berachtungsweise ist, Danke, habe ich aus dieser Sicht selbst noch nicht gesehen. Vieleicht nutze ich es in Zukunft auch mehr.
      Das ist doch der Punkt an diesem Thread hier, wir wollen uns AUSTAUSCHEN, nicht gleichschalten.


      Und "den lieben Herrn Sotrax" kannst du dir im Zukunft klemmen.
      Kutscher am Hofe Berlins.
    • Kurze Kreuzungsabstände
      Hatte Deejay zuerst erwähnt. Als er das anführte hatte ich noch gedacht "Ist es wirklich so schlimm"? Macht es die Karte so viel schlechter spielbar? Ich habe meine Partien nochmal mit besonderem Augenmerk auf diese Sache beobachtet und den Sachverhalt reflektiert. Fazit: Staus erzeugen die Stellen allein noch lange nicht.



      Komisch, immer, wenn ich diese Stellen umgebaut hatte, lief der Verkehr wieder. ;)

      Aber danke für diesen wundervollen Thread. Er inspiriert mich sehr. Ich würde auch so gerne anfangen. Aber abgesehen davon, dass ich keine Zeit habe, bin ich immer noch unschlüssig ob ich das amerikanische oder europäische Layout nehmen soll. Das hat einen Grund: ich bevorzuge das Spielen mit einer ganz realistischen Vorgehensweise. Das heißt: Zuerst versuche ich ein Basis-Busnetz aufzubauen. Dabei wird komplett auf alle Schienenverkehrsmittel verzichtet, dann nach und nach kommt ein S-bahnartiges Ungetüm dazu und abschließend baue ich Verbindungen zu O-Bus und Tram um.
      Dabei schreibe ich (mit Vorliebe auf Englisch) Pressemitteilungen seitens des Verkehrsbetriebes über neue Linien, verbesserte fahrpläne, neue Fahrzeuge usw..... Das heißt großzügige Fahrplanänderungen, neue Linien usw das wird bei mir immer erst zu Beginn einer neuen Woche an den Start gebracht.
      Der Unterscheid zwischen europäischen und amerikanischen Karten liegt aber darin, dass solche Strukturen und ein expandierendes Nahverkehrssystem in den USA, Australien oder Neuseeland durchaus realistisch sind (Da hat man gerade erkannt, dass es neben dem Auto noch andere Fortbewegungsmittel gibt) In Europa sind solche Strukturen aber schon vorhanden. Die ganze Pressemitteilungssache fällt damit flach. Und naja dafür sind die Städte aber einfach schöner anzuschauen, die Gebäude sind toller...ach ich weiß noch nicht......

      Aber danke für all die Inspirationen ;)

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von deejay ()